Hundeverhalten einfach erklärt

Den perfekten Menschen gibt es nicht, folgerichtig:

Den Perfekten Hund gibt es nicht?     von Vera Mayer

Als Mehrhundehalterin und langjährige Hundehalterin habe ich schon einige Hundehalter und Hunde erlebt. Ich war in verschiedenen Vereinen und Hundeschulen. 

Als Hundetrainerin habe ich wiederum viele Hundehalter und deren Hunde kennengelernt. 

Nicht nur berufsbedingt sondern auch aus reiner Leidenschaft habe ich mal mehr mal weniger beobachtet, analysiert und reflektiert. 

Als Mensch oder Menschin, die viel über das Leben oder den Sinn des Lebens nachdenkt, bleibt es wohl nicht aus entsprechend über die Hundehaltung, das Hundeleben und das ganze drumherum zu philosophieren. 

Da ich erstmal nicht vorhabe ein komplettes Buch zu schreiben, möchte ich es einmal auf den Punkt bringen. Als Hundehalter- möchte man es richtig machen- ist man ganz schön gefordert. Und wird vor allem permanent mit den Ansprüchen anderer und vielleicht dadurch oder sowieso auch den eigenen Ansprüchen konfrontiert. 

Oft ist die Frage für einen Selbst gar nicht geklärt, was ein Hund eigentlich alles "können" muss oder "sein  darf". 

Wenn ich zum Beispiel sage: "mein groß gezogener Welpe Munin, kann nicht mal Platz und ein Sitz gerade mal Po runter, kurz drauf gleich wieder hoch." Dann muss ich als Hundetrainerin schon aufpassen. Es ist völlig irrelevant, wenn ich weiter erläutere, mein Munin verstehe ein NEIN ein Rückruf 100 Prozent und ein Aus (Labradortypisch, nimmt er alles ins Maul was nicht fest in der Erde verwurzelt ist und selbst dafür würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen). 

Warum muss ich als Hundetrainerin aufpassen? Es ist Geschäftsschädigend. Was soll ich Hundehaltern verkaufen, wenn nicht das scheinbare Endprodukt eines Gehorsamen Hundes? 

Wenn ein Hund auf Kommando sitzt wie eine 1, wenn zu Hause Besuch kommt und mein Hund regungslos in der Ecke liegt, wenn ich mit Freunden spazieren gehe und mein Hund mich permanent anschaut anstatt sich im Dreck zu wälzen, zu rennen wie ein Geißbock usw. dann ernte ich blicke der Anerkennung. 

All das und vieles mehr sind Normen und Ideale, die unser Hund erfüllen muss, dabei wird leider vergessen, das Hunde soziale Lebewesen sind. 

Und ein Hund der Kommandos ausführt noch lange nicht erzogen ist.

Warum treibt es uns Menschen immer wieder an, mit Gehorsamen Hunden zu glänzen?

Letztens hat mein Hund auf einem Workshop einen Kaffeebecher aus Pappe gefunden und ihn getragen. Auf dem Workshop waren Hundehalter und ich als Teilnehmerin. Die Trainerin lief voraus. Die Hundehalter konnten es nicht fassen, dass ich meinem Hund diesen Pappbecher nicht entwendete. Dann erklärte ich, dies sei Teil meiner Erziehung. Mein Hund kann jedes Verhalten zeigen, womit er sich nicht selber oder anderen schadet. Ressourcenorientierung (a la Waldorfschule) wir arbeiten mit dem was der Hund kann, nicht was er nicht kann. (Ganz ehrlich ich habe selber nicht verstanden was ich eigentlich meine, aber hey es kam gut an) 

1 Fremdwort+ eine lässige Erklärung (dabei noch gut aussehen)x einleuchtend muss es sein= neuer Trend /Hundetrainingsmethode 

Was ich sagen will: Es geht eigentlich um viel mehr und was völlig anderes. 

Es geht um Lebensqualität. Die Frage nach hat Dein Hund mit Dir und du mit Deinem Hund Lebensqualität? Sind Bedürfnisse erfüllt, wenn nein was ist zu ändern um Lebensqualität zu erreichen? Mein Hund darf sich freuen wenn Besuch kommt. Nein er muss nicht in der Ecke liegen und warten (auch wenn ich Hundetrainerin bin), er darf aber meinen Besuch nicht umnieten oder dem Erdboden gleichmachen. Ja mein Hund darf auch fremden Besuch "melden". Es wäre nur gut wenn die über Jahrmillionen domestizierte Alarmanlage keinen defekt aufweist und Kurzmelde- und dementsprechende Ruhephasen garantiert sind.

Mein Hund muss mich auch nicht permanent anschauen um orientiert zu sein, sie müssen in DER NÄHE bleiben und einen Rückruf befolgen. können sie es nicht kommen sie an die Leine. Und wenn ich ein Sitz von meinem Hund verlange, stört es mich bis heut nicht, wenn mein Hund über die Sinnhaftigkeit nachdenkt und erst beim zweiten mal sitzt, weil er mir dann ansieht das ich es ernst meine und wirklich aufgrund Ernstfall XY möchte.  

Meine Hunde dürfen auch Gefühle ausdrücken und knurren und motzen und bellen. Wenn ich aber sage es ist genug, komm her ist alles gut, mach Dir keine Sorgen, dann wünsche ich mir, dass meine Hunde sich auf mich einlassen können.

Wahrscheinlich sind meine Hunde, wie ich sie beschrieben habe, in den Augen anderer, niemals perfekt. 

Aber ich bin zufrieden. Ich bin glücklich mit meinen Hunden und das ist was zählt. Und genau das ist das was ich als Hundetrainerin u.a. vermitteln möchte. 

Und wenn ein Hundehalter mit seinem Hund Freude an Gehorsamsübungen hat, dann machen wir das. Weil es Freude macht, aber nicht um den perfekten Hund zu hobeln. Weil Probleme bekommt man erfahrungsgemäß über den klassischen Gehorsam leider nur teilweise in Griff. 

 

von Vera Mayer

Die Auswirkungen einer guten Beziehungsqualität und einer sicheren Bindung auf das Hundeverhalten

Hunde sind genauso wie Wölfe soziale Lebewesen und Hunde Leben in einem Sozialverband. Anders als bei Wölfen spricht man von einem Sozialverband solange die Hunde nicht miteinander verwandt sind. 

Diese Info ist aber gar nicht mal so unwichtig. Denn im Gegensatz zu Wölfen können Hunde mit dem Menschen auch solch einen sogenannten Sozialverband eingehen. Hunde haben die Bereitschaft mit dem Menschen zu Kooperieren und im Laufe der Zeit, als Kulturfolger gelernt den Menschen zu lesen und mit ihm auf gewisse Art und Weise zu sprechen. 

So ist zum Beispiel auch bekannt, das Wölfe gar nicht bellen. Somit hat sich auch die Lautsprache beim Hund entwickelt und gleicht der des Wolfes kaum. Bspw. das Territoriale Heulen beherrschen die meisten Hunde nicht mehr. 

Zurück zum Sozialverband Mensch und Hund: Die Beziehungsqualität bildet sich aus der Art wie man miteinander spricht-also Kommunikation. Die Bindung entwickelt sich aus der Beziehung. Für die Bindung sind vor allem Emotionen von Bedeutung. Es gibt unterschiedliche Bindungsmuster. Je nach Art der Bindung zu unserem Hund, können wir im Umgang mit den Emotionen unseres Hundes eine Hilfe sein oder im Gegenteil die Emotionen eher ankurbeln. Es kann auch sein, dass wir beim Bewältigen einer emotionalen Schieflage keine Rolle spielen. 

All das lässt sich in einer Beziehungs- Bindungsanalyse innerhalb des Erstgesprächs klären. 

Gibt es in irgendeinem Feld Störungen, wirkt sich das auf das Zusammenleben aus. Oft sinkt die Lebensqualität für Hund und Halter in bestimmten Bereichen oder es zieht sich sogar wie ein roter Faden durch den Tagesablauf. 

Typische Szenarien, die das harmonische Zusammensein in einem anderen Licht erscheinen lassen sind: Es kommt Besuch, es klingelt an der Tür, bei Spaziergängen (Begegnungen mit Wild, Hunden, Katzen, Kindern, Joggern, usw.) und der eigene Liebling Hund wirkt plötzlich wie ein gefräßiges Monster.

Neben allen Techniken und Methoden, die es "gegen das unerwünschte Verhalten" gibt, ist die zweite weitere Säule, für eine erfolgreiche Verhaltensänderung, das bewusste gestalten der Beziehung und Bindung zu Deinem Hund. 

Hierzu ist es wichtig Deinen Hund und Deine Rolle verstehen zu lernen. 

 

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